Metal Hammer Paradise 2019 – Nachbericht

Nun ist mit dem Metal Hammer Paradise auch das letzte Festival des Jahres Geschichte. Schön wars!

Der Einstieg mit Onkel Tom Angelripper als erste Band war schon einmal echt spaßig. Niveau ist anders, aber die Mitsing-Rate ist halt krass hoch. Gut, um die Leute anzuheizen,. Grave Digger danach waren wieder grundsolide. Da weiß man einfach, was man kriegt.

Das erste wirkliche Highlight war dann aber Kissin Dynamite. Schade, dass die Jungs nicht endlich auf der Hauptbühne spielen durften! Was da an Energie rüber kommt, ist ganz großes Rock-Kino. Für mich eindeutig die beste Band des Freitags!

Das waren Steel Panther nämlich leider überhaupt nicht. Ja, dieses „Sex hier, Cock da“-Gelaber gehört zur Show, Aber wenn anderthalb Stunden Spielzeit gefühlt zu 60 % aus dem Blödsinnn besteht, ist es zu viel des guten. Zeitweise gab es in den Laber-Pausen sogar Buhrufe. Ganz ehrlich, das wirkte wie eine schlecht ausgeführte Wrestling-Promo, die trotzdem durchgezogen werden muss. Da muss man als Band vielleicht so viel Fingerspitzengefühl besitzen, um ein bisschen zu merken, dass die Fans vor der Bühne da keinen Bock drauf haben. Musikalisch war es natürlich okay, aber diesmal haben die Amis für mich halt die Nerv-Grenze überschritten. Außerdem wurde der Sound seltsamerweise während der Show schlechter. Nee, für eine Headliner-Show war das schwach.

Der nächste Tag begann mit Frauen-Power mit The Burning Witches. Die Damen sind was fürs Auge und haben auch ordentlich Power. So lasse sogar ich mir Frauengesang gefallen!

Dust Bolt im Anschluss im Baltic Ballroom hatten auch richtig Bock. Muss wohl wirklich mal in das aktuelle Album „Trapped in Chaos“ rein hören.

Grand Magus auf der Hauptbühne waren natürlich eine komplett andere Stilrichtung. Getragener Stoner Rock/Doom, wie immer wunderbar gesungen, wie immer leider aber mit absolutem Stillstand auf der Bühne. Ein bisschen mehr Bewegung und vor allem ein bissen mehr Kommunikation mit dem Publikum würde der Stimmung bestimmt gut tun.

Wie man das macht, bewiesen Riot V im Ballroom ganz gut. Das wirkt von der Show einfach runder. Leider hatte ich nicht die Zeit, die ganze Show zu sehen, weil Gloryhammer fast zeitgleich im Zelt spielten.

Und Gloryhammer waren wieder absolut episch! Habe ihnen den Slot auf der Hauptbühne echt gegönnt. Leider war der Sound nicht gut, vor allem der Gesang kam viel zu leise rüber. Ich hoffe, die Leute, die Gloryhammer noch nicht kannten, haben sie nicht als reine Gimmick-Band wahrgenommen, sondern als musikalisch durchaus ernstzunehmende Power-Metal-Band. Hoots!

Ganz ehrlich, The New Roses hätten eigentlich auch auf die große Bühne gehört. Diese Art von klassischem Rock/Hardrock kommt einfach gut an. Dazu Spaß auf der Bühne, Charisma und Texte, die man mitsingen kann, was will man mehr? Wir sehen uns im Januar in der Markthalle!

Von Sacred Reich habe ich leider nicht viel gesehen, aber dass, was ich gesehen habe, war überzeugend. Vor allem wirkten die Herren aus Phoenix sehr glücklich, auf der Bühne zu stehen. Das ist eine Band, bei der man aber mehr auf den Sinn der Texte achten muss, als ich es in dem Moment konnte. Ich hoffe, einige der Zuschauer hatten mehr Zeit, es lohnt sich nämlich wirklich!

Amorphis waren dann für mich DER Headliner. Whow, was für eine intensive, kraftvolle Show. Und endlich war der Sound gut genug, um den variablen Gesang von Tomi Joutsen gut in Szene zu setzen. Und was für eine Stimme der Mann doch hat…hach! Der ganze Auftritt war in sich sehr rund. Absolut richtige Entscheidung, die Herren an populärer Stelle auf der Hauptbühne spielen zu lassen

Von Destruction habe im Vorbeilaufen mehr oder weniger nur ein paar Fotos gemacht. Aber auch in der kurzen Zeit fiel mir gleich wieder auf, dass Destruction von den deutschen Thrash-Titanen vor allem stimmlich am angenehmsten ist.

Powerwolf als letzte Band waren dann wieder sehr unterhaltsam. An die kurzen Haare von Front-Wolf Atilla muss ich mich zwar noch gewöhnen, aber ansonsten bekam man genau das, was man von einer Powerwolf-Show erwartet. Das Publikum wird immer gut mit einbezogen, man kann mitsingen und Atilla zeigt jedes mal eine sehr gute gesangliche Leistung. Mich persönlich haben Amorphis an dem Abend mehr abgeholt, aber das ist wohl auch Geschmacks- oder Stimmungs-Sache.

Insgesamt gab es außer Steel Panther also musikalisch kaum etwas zu meckern. Einzig die Bier-Auswahl bleibt bäh und der Sound im Zelt hätte teilweise etwas besser abgemischt sein können. Aber positiv ist, dass sie es endlich hinbekommen haben, dass es im Zelt nicht mehr so kalt ist!

Ansonsten ist das Metal Hammer Paradise immer mein persönliches Herbst-Highlight. Der Weg an die Ostsee lohnt sich band- technisch eigentlich immer und ich hoffe, es klappt auch 2020 wieder!

2 thoughts on “Metal Hammer Paradise 2019 – Nachbericht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.