Human Debris – Life off Formation

LifeOffFormationHuman Debris – Life off Formation

Seit dem ersten Album „Wrought from Anguish“ aus dem Jahre 2014 hat sich einiges getan im Hause Human Debris. Am Mikro übernimmt jetzt Elena Cor Tauri die Hauptarbeit, tatkräftig unterstützt vom ehemaligen Frontsänger und jetzigem Gitarristen Sebastian.

Jetzt liegt es also vor mir, „Life of Formation“ das zweite Album von Human Debris – und hey, es lohnt sich, da einmal genauer hin zu schauen und vor allem zu hören.

Schick sieht das in hellen Farben gehaltene Cover aus, in dessen Zentrum das Bandlogo prangt, umrahmt von einer Collage von verschiedenen Papierstücken. Alles irgendwie überlappend, aber trotzdem nicht zu unruhig. Das faltbare Booklet präsentiert auf der einen Seite die Bandmitglieder und auf der anderen Seite die handschriftlich abgedruckten Songtexte. Das sieht gut aus, geht aber zu Lasten der Lesbarkeit.

Aber was nützt das schönste Cover, wenn die Musik nicht zündet? Eben, also schnell in den CD-Player damit.

Und da geht es mit „Anatoxin“ direkt in die Vollen. Hier soll schnell klar gemacht werden, dass es bei Human Debris im Jahre 2016 ordentlich zur Sache geht. Ein gut drückender Death-Metal-Teppich als Basis und über allem eine Elena, die sich die Seele aus dem Leib keift und schreit.

Der Titeltrack „Life of Formation“ bringt mit den Hintergrund-Shouts Abwechslung. Guckt euch dazu auch unbedingt das offizielle Video an!

Das erste richtige Highlight folgt dann bei Song 4. Das ruhig beginnende „Rotation“ gibt Sebastian genug Raum, um im Wechselsspiel mit Elena zu Glänzen, Klargesang inklusive. Ganz starker Song.

„Shattered Head“ startet mit purer Raserei, wird dann im Songverlauf aber zumindest musikalisch noch deutlich melodischer, inklusiver zwischenzeitlicher Sprechpassagen. Das ist vom Aufbau der vielleicht interessanteste Song des Albums.

„Ocean Park“ klingt musikalisch in bisschen wie In Flames, also diese noch keine Popmusik gemacht haben. 😉 Auch hier gefällt mir das Zusammenspiel der beiden Stimmen.

„Chalysery“ und vor allem „’Til Death do us part“ ziehen das Tempo wieder ordentlich an, bevor es bei „Embrace the Former“ wieder einen Tick melodischer wird, Hintergrundchöre inklusive.

Das abschließende „The Red in the Sky is ours“ bringt dann alles zusammen, was dieses Album ausmacht und lässt es nach den verschiedensten Tempiwechsel letztendlich ruhig ausklingen.

Was soll ich sagen? Wer auf Melodic Death Metal steht, der so durchaus auch aus Schweden stammen könnte, sollte unbedingt ein Ohr riskieren. Hier und da könnte für meinen Geschmack noch ein bisschen mehr Klargesang integriert werden, aber das passte wohl diesmal nicht so ins Konzept. Die Produktion kommt druckvoll daher, mit Kopfhörern kommt speziell das Schlagzeug ziemlich dominant rüber. Elena macht am Mikro einen tollen Job und muss sich vor keiner der Damen der Konkurrenz verstecken.

Wer sich von den Live-Qualitäten der Band überzeugen will, checkt einfach regelmäßig die Termine. Glaubt mir, es lohnt sich – wir sehen uns!

Tracklist:

01. Anatoxin
02. Life Off Formation
03. Love Is Not Enough
04. Rotation
05. Shattered Head
06. Ocean Park
07. Chalysery
08. ‚Til Death Do Us Part
09. Embrace The Former
10. The Red In The Sky Is Our

Bewertung: 3,5 / 5

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *