Human Debris – Wrought from anguish

Human Debris – Wrought from anguish

In gut einer Woche ist es soweit, am 04.01.2014 erscheint die zweite EP von den Hamburger / Kieler Melodic-Death-Metallern von Human Debris! „Wrought from anguish“ heißt das gute Stück und umfasst neben einem etwa zweiminütigen Intro sieben weitere Songs.

Nach dem Intro geht es mit „Radiation Damage“ gleich richtig zur Sache. Schnell, kompromisslos, aber durch die gute Riffarbeit trotzdem nie unmelodisch. Macht definitiv Lust auf mehr! Den Abschluss des Stückes macht ein Sample, in dem die Abhängigkeit des Menschen vom Fernsehen angeklagt wird. Durchaus etwas, worüber es lohnt, nach zu denken.

Crimson Tears spielt mehr mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, und hat seine besten Momente wirklich, wenn es nicht ganz so schnell zur Sache geht. Der düstere Text, in dem der Protagonist nur dann etwas mehr Frieden findet, in dem er sich selbst verletzt, tut sein übriges, um eine ziemlich trostlose Atmosphäre zu verbreiten.

Und dann kommt mit „Downpour“ der für mich mit Abstand beste Song des Albums. Am Anfang noch recht derb, nimmt das Stück im Verlauf eine unglaublich melodische Wendung. Gerade der Refrain hat absolut Ohrwurm-Qualität und erinnert fast ein bisschen an die Zeiten, als In Flames noch richtig guten Metal gemacht haben.

Ruinious Redemption ist ein kurzes instrumentales Zwischenspiel, das dann ziemlich fließend von „Good Man“ abgelöst wird. Diesen Song hatte das norddeutsche Quartett ja auch schon vorab live gespielt. Und hier gibt es wieder alles, was einen guten Human Debris-Song ausmacht – fiese Growls, Klargesang-Passagen, ein bisschen Akkustikgitarre hier und fiese Nackenbrecher-Riffs dort. Doch, rockt!

Atheist Jihad ist anschließend ein über siebenminütiges Monster, das mit seinem hymnischen Refrain für mich den zweitbeste Songs des Albums darstellt. Textlich wird hier mit so ziemlich allen Religionen abgerechnet und an die Verantwortung der Menschen für ihr eigenes Leben appeliert. Überhaupt scheint das ein Hauptthema des Albums zu sein – Verantwortung zu übernehmen, für seine eigenen Taten und die der Zivilisation. Dann gibt es vielleicht auch noch Hoffnung für diese verkorkste Gesellschaft.

Den ruhigen Schlusspunkt des Albums setzt „On the Wing“. Zu sanften Gitarrenklängen zeigt Sänger S.E.B. abermals, dass er nicht nur growlen kann, sondern auch ein wirklich guter Sänger ist.

Insgesamt weiß „Wrought from anguish“ zu überezugen. Musikalisch hat das alles Hand und Fuß, es gibt ein inhaltliches Gesamtkonzept und gesanglich gibt es auch kaum etwas zu meckern. Meinetwegen könnte der Anteil an Klargesang sogar noch etwas hochgefahren werden, denn das macht die besten Momente des Albums aus.

Einzig der übermäßige Einsatz von gesprochenen Samples ist nach dem vierten, fünften Hören vielleicht irgendwann ermüdend. Ja, das gehört zum künstlerischen Konzept, aber für mich hätte das nicht in fast jedem Song sein müssen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, also Schwamm drüber. Wer mit Melodic Death etwas anfangen kann, sollte ein Ohr riskieren – und wer aus Hamburg kommt, kann sich das ganze auch gleich am 04.01.2014 im Knust live anschauen. Wir sehen uns!

4 / 6

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